Tätowierer werden in Wien – so gelingt der Einstieg in die Tattoo-Szene der Stadt

Junge Frau beim Tätowieren eines Unterarms
Das „harte Jungs“ Image ist passé. Auch Frauen haben sich mittlerweile in der Tätowier-Szene etabliert.

Wien gilt längst als eine der kreativsten Städte Europas – und auch die Tattoo-Szene hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Von kleinen, spezialisierten Studios in den Bezirken bis hin zu international bekannten Artists reicht heute das Angebot. Doch wie wird man eigentlich Tätowierer in Wien? Und was braucht es wirklich, um in diesem Beruf Fuß zu fassen? Dieser Beitrag gibt einen realistischen Überblick – ohne Mythen und ohne falsche Versprechen.

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Kein klassischer Ausbildungsberuf – aber klare Erwartungen

In Österreich ist Tätowierer kein staatlich geregelter Lehrberuf. Das bedeutet: Es gibt keine offizielle Lehre mit Abschlussprüfung. Trotzdem ist der Weg in den Beruf klar vorgezeichnet – und in Wien besonders anspruchsvoll.

Studios erwarten heute vor allem:

  • ein überzeugendes Zeichen- und Designportfolio
  • einen eigenen Stil oder zumindest eine klare gestalterische Richtung
  • Zuverlässigkeit, Lernbereitschaft und Durchhaltevermögen

Wer glaubt, man könne ohne zeichnerische Grundlagen direkt mit dem Tätowieren beginnen, wird in den Wiener Tattoo-Studios kaum eine Chance bekommen.

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Der wichtigste Schritt: Ein gutes Portfolio

Der Einstieg in die Szene beginnt fast immer mit einer Mappe – digital oder klassisch. In Wien legen viele Tattoo Studios großen Wert darauf, dass Bewerber nicht nur Tattoos kopieren, sondern eigene Motive und Vorlagen entwickeln.

Ein gutes Portfolio enthält zum Beispiel:

  • Skizzen und ausgearbeitete Illustrationen
  • verschiedene Stile (Linework, Blackwork, Realistic, Traditional etc.)
  • eigene Entwürfe, nicht nur Referenzarbeiten

Tipp aus der Praxis: Ein kleiner, aber sauber aufbereiteter Stil-Fokus ist oft überzeugender als eine unstrukturierte Sammlung aus allen möglichen Motiven.

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Praktikum oder Apprenticeship im Wiener Studio

Der typische Weg führt über ein Praktikum oder eine sogenannte „Apprenticeship“ in einem Tattoo Studio. In Wien sind diese Plätze sehr begehrt – und werden nur selten öffentlich ausgeschrieben.

Meist läuft es so ab:

  1. persönliche Bewerbung direkt im Studio
  2. Vorstellung des Portfolios
  3. erstes Kennenlernen und Einschätzung durch den Tätowierer oder Studioinhaber

In der Anfangszeit steht nicht das Tätowieren im Vordergrund. Viel wichtiger sind:

  • Vorbereitung der Arbeitsplätze
  • Hygieneprozesse
  • Kundenempfang
  • Materialkunde
  • Einblick in Beratung und Terminplanung

Erst später folgen Übungen auf Kunsthaut oder synthetischen Übungsmaterialien.

Hygiene und rechtliche Grundlagen in Wien

Ein besonders wichtiger Punkt in Wien – und generell in Österreich – ist das Thema Hygiene. Studios unterliegen strengen Vorgaben der MA 15 (Gesundheitsdienst der Stadt Wien). Wer als Tätowierer arbeiten möchte, muss unter anderem:

  • Hygieneschulungen absolvieren
  • Kenntnisse über Desinfektion, Sterilisation und Infektionsschutz nachweisen
  • mit behördlichen Kontrollen rechnen

Ohne diese Grundlagen ist eine Tätigkeit in einem seriösen Wiener Tattoo-Studio nicht möglich.

Technik und Ausstattung gehören heute zum Berufsbild

Während früher viele Tätowierer ausschließlich mit klassischen Spulenmaschinen gearbeitet haben, ist die technische Entwicklung auch in Wien deutlich spürbar. Moderne Studios setzen auf ergonomische, leise und präzise Systeme – oft mit Akku-Betrieb.

Gerade für Berufseinsteiger ist es wichtig, sich früh mit professioneller Ausstattung auseinanderzusetzen. Hier findet man beispielsweise einen guten Überblick über aktuelle Tattoo Maschinen für den Studioeinsatz. Solche Systeme sind heute fester Bestandteil moderner Arbeitsplätze – vor allem im Hinblick auf Präzision, Hautschonung und langfristiges Arbeiten ohne körperliche Überlastung.

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Wie lange dauert es, bis man in Wien selbst tätowiert?

Eine ehrliche Antwort: Das ist sehr individuell. In der Praxis liegt der Zeitraum bis zu den ersten echten Kundenarbeiten oft bei sechs Monaten bis über einem Jahr, abhängig von Talent, Übungsintensität und Studio. Wiener Tattoo Studios achten sehr darauf, dass Einsteiger nicht zu früh an Kunden arbeiten. Die Qualität des Ergebnisses und die Sicherheit der Kunden haben oberste Priorität.

Einkommen und Perspektiven in Wien

Der Beruf des Tätowierers ist kein klassischer Angestelltenjob. Viele arbeiten:

  • auf selbstständiger Basis
  • mit Tages- oder Wochenmiete im Studio
  • oder auf Provisionsmodellen

Der Verdienst hängt stark ab von:

  • eigener Bekanntheit
  • Spezialisierung
  • Social-Media-Reichweite
  • Stammkundschaft

Gerade in Wien, wo es eine hohe Dichte an Studios gibt, ist eine klare Positionierung besonders wichtig.

Ohne Leidenschaft geht es nicht

Wer in Wien Tätowierer werden möchte, sollte vor allem eines mitbringen: Geduld. Der Weg in den Beruf ist lang, nicht immer planbar und erfordert viel Eigeninitiative. Dafür bietet die Wiener Szene eine große Vielfalt an Stilen, internationalen Austausch und echte Entwicklungsmöglichkeiten – für alle, die bereit sind, kontinuierlich an sich und ihrer Arbeit zu feilen.

â–º Auch interessant: Wildstyle & Tattoo Messe in Wien

Fazit 

Tätowierer zu werden in Wien bedeutet, sich ernsthaft mit Kunst, Technik, Hygiene und Kundenarbeit auseinanderzusetzen. Eine schnelle Abkürzung gibt es nicht – aber für kreative und engagierte Menschen ist die Stadt ein spannender Ort, um sich in der Tattoo-Branche langfristig zu etablieren.

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