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Istrien verbindet Küste und Hinterland auf relativ kurzen Wegen und profiliert sich mit regionaler Küche, Wein, Olivenöl und Genussprodukten immer mehr auch als Genussregion. Gerade im November finden eine Reihe von Kulinarik-Festen statt, die sich gut mit einer Kurzreise verbinden lassen. Die Halbinsel im Nordwesten Kroatiens lässt sich von Wien aus für einen verlängerten Kurztrip in nur sechs bis sieben Stunden Fahrzeit mit dem Auto leicht erreichen.
ganz-wien.at präsentiert zwei Highlights, die Lust auf mehr & Meer machen:
Im malerischen Städtchen Buzet im Herzen Istriens dreht sich von 7. bis 8. November beim Trüffelfestival alles um die begehrten schwarzen und weißen Trüffel, die besonders im Mirna-Tal und im Motovun-Wald rund um Buzet wachsen.
im Südosten Istriens zeigt das Küstendorf Ližnjan von 6. bis 8. November bei den „Tagen der Goldbrasse (auch Dorade) und Kalmare“ die bodenständige, maritime Seite der Halbinsel. Im Mittelpunkt des Festes D.O.K. – kroatisch: „Dani orade i kalamara“ – stehen zwei Klassiker der Adriaküche, die eng mit der lokalen Fischereitradition verbunden sind.
Inhalt
Näheres zu Trüffeln, Goldbrasse, Kalamaren und anderen Köstlichkeiten aus Istrien sowie nützliche Hinweise zur Anreise gibt es in den Tipps am Ende des Artikels.
Am 7. und 8. November 2026 lädt Buzet zum „Festival istarskih tartufa“, dem Istrischen Trüffelfestival. Es findet 2026 zum 23. Mal statt. Buzet liegt malerisch auf einem Hügel über dem Tal der Mirna und ist als „Stadt der Trüffel“ bekannt. Im Motovun-Wald und in den feuchten Böden des Mirna-Tals rund um Livade und Buzet wachsen weiße und schwarze Trüffel, die mit speziell ausgebildeten Hunden gesucht werden. Die weiße istrische Trüffel zählt zu den kostbarsten ihrer Art. Ihre Saison dauert etwa von September bis Dezember, mit dem Höhepunkt im Oktober. Frisch gehobelt kommt sie in Istrien klassisch zu Fuži- oder Pljukanci-Nudeln, Omelett und Fleischgerichten auf den Tisch.
Genuss-Feuerwerk in der „Stadt der Trüffel“
Beim Festival erwartet die Besucher ein Genuss-Feuerwerk: Im großen Festzelt auf dem Platz Mašimova škuja in Buzet können sie eine Trüffelausstellung besuchen sowie Trüffel und Trüffelprodukte verkosten und kaufen. Dazu kommen regionale Spezialitäten von Produzenten wie „pršut“ (Prosciutto), Käse, Olivenöl, Wein, Honig, Marmeladen, hausgemachte Pasta und Schnäpse. Auch Gastronomen aus der Region sind eingebunden; das Festival bietet damit einen direkten Einblick in die kulinarische Landschaft rund um Buzet. Bei der Kochshow „Buzet auf dem Teller“ bereiten Gastronomen aus Buzet köstliche Gerichte zu. Musik, Folklore und ein Kinderbereich ergänzen das Programm.
Wer zwischen den Kostproben Bewegung sucht, kann bei der „Trüffeljagd“ mitmachen: Der Wettbewerb verbindet Mountainbiken und Trekking. Musik und Folklore sorgen beim Festival für Unterhaltung.
Die Altstadt von Buzet lohnt einen eigenen Spaziergang – mit ihren engen Gassen und historischen Gebäuden. Für einen Ausflug abseits des Festivals bieten sich die historischen Orte Roč und Hum in der Umgebung oder die Burg Pietrapelosa an.
Weitere Infos:
An der Südostküste Istriens zeigt der Küstenort Ližnjan von 6. bis 8. November 2026 die bodenständige, maritime Seite der Halbinsel: Beim Festival D.O.K. – „Dani orade i kalamara“, den Tagen der Goldbrasse und Kalmare, dreht sich alles um zwei Klassiker der Adriaküche, die eng mit der lokalen Fischereitradition verbunden sind.
Los geht es am Freitag um 17.30 Uhr. Gefeiert wird im Festzelt in der Bucht Kuje, direkt am Strand Bura Bura/Salbunić. Traditionelle Fischgerichte wie Brodet und Gregada oder Kalamari-Risotto stehen auf dem kulinarischen Programm. Dazu gibt es einen Ausstellungs- und Verkaufsbereich. Lokale Produzenten ergänzen das Angebot mit Olivenöl, Wein und Honig. Der Eintritt ist frei.
D.O.K.-Fest von Ližnjan: Festzelt direkt am Strand in der Bucht Kuje
Am Samstag stehen neben dem kulinarischen Angebot der 17. Unterwasserfischerei-Cup „Marlera“ und ein Wettbewerb im Kochen von Tintenfischrisotto auf dem Programm. Am Sonntag folgen die „Kalamarijada“, ein Wettbewerb im Kalmarenangeln, und eine kleine Kalmaren-Angelschule.
Abends sorgen Live-Konzerte für Stimmung. Auch Kinder kommen auf ihre Kosten: mit Meeres-Workshops, Malschule und einem Bastelkurs, bei dem kleine Segelboote gestaltet und anschließend in einem Becken um die Wette gefahren werden.
Mit dem D.O.K. lässt sich Kulinarik mit einem Wochenende am Meer verbinden – auch wenn die Badesaison längst vorbei ist.
Weitere Infos:
Der Trüffel – auf Kroatisch tartuf – ist in Istrien schon lange bekannt. Es heißt, bereits die Römer hätten Trüffel aus Istrien bezogen; auch aus venezianischer Zeit und vom Wiener Kaiserhof gibt es entsprechende Überlieferungen. Historisch belegt ist das allerdings nicht. Gesichert ist, dass Trüffelexperten 1929 bei Pazinski Novaki erstmals weiße Trüffel in Istrien fanden. In den folgenden Jahren begann die organisierte Suche. Bis in die 1990er-Jahre blieb der istrische Trüffel über die Region hinaus eher ein Geheimtipp. In den vergangenen Jahrzehnten nahm sein Siegeszug Fahrt auf: Er entwickelte sich zu einem Gourmetprodukt und touristischen Aushängeschild und zieht Kenner und Genießer aus aller Welt an.
Die Goldbrasse – auch Dorade genannt – und Kalmare zählen zu den typischen Arten der Gewässer Istriens. Beide sind eng mit der lokalen Fischerei und der istrischen Küche verbunden. Bei der Goldbrasse liegt die Hochsaison besonders im Spätherbst, bei den Kalamaren im Herbst und Winter. Eine traditionelle Fangmethode für Goldbrassen an der östlichen Adriaküste ist die Tramata: Dabei treiben Fischer die Fische mit Seilen in Richtung Küste und fangen sie anschließend mit Netzen. Kalmare werden traditionell mit Rute, Schnur und speziellen Ködern gefangen.
Die Goldbrasse wird an der Adriaküste typischerweise im Ganzen gegrillt. Ihr zartes, mildes Fleisch kommt dabei mit wenigen Zutaten zur Geltung, meist mit Olivenöl, Knoblauch und Petersilie. Kalmare werden gegrillt, gebraten oder als Risotto serviert.
Kleines Kulinarium Istrien
Istrischer Pršut (Istarski pršut): Er wird nicht geräuchert, sondern mit Gewürzen, Kräutern und Meersalz behandelt. Sein Geschmack ist mild und nussig.
Fuži sind kurze, röhrenförmige Nudeln. Dafür wird dünner Teig in kleine Quadrate geschnitten; zwei gegenüberliegende Ecken werden zur Mitte gefaltet und zusammengedrückt. Pljukanci sind kurze, spindelförmige Nudeln, die von Hand gerollt werden. Beide Sorten werden häufig zu Trüffelgerichten serviert.
Brodet ist ein würziger Fischeintopf, oft mit verschiedenen Fischsorten, Zwiebeln und Tomaten. Gregada ist ein einfacher Fischtopf mit Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Petersilie, Olivenöl und etwas Wein. Beide Gerichte werden am Sonntag beim D.O.K. angeboten.
Rakija ist der kroatische Oberbegriff für Schnäpse und Brände. Likör heißt auf Kroatisch liker. Typisch istrisch sind Biska (Mistel-Kräuterschnaps), Ruda (Rautenschnaps) und Medica (Honiglikör beziehungsweise Honigschnaps).
Am einfachsten lassen sich Buzet und Ližnjan mit dem Auto erreichen. Von Wien bzw. Ostösterreich geht es über die A2 nach Graz, weiter über die A9 Richtung Spielfeld und auf der slowenischen A1 über Maribor und Ljubljana nach Koper und weiter nach Istrien.
Für slowenische Autobahnen und Schnellstraßen braucht ein Pkw eine E-Vignette. Die 7-Tages-Vignette kostet derzeit 16 Euro. Sie kann online, etwa im ASFINAG-Shop, oder an autorisierten Verkaufsstellen wie Tankstellen noch in Österreich gekauft werden. Die Küsten-Schnellstraßen H5 und H6 im Raum Koper und Izola sind seit 2026 vignettefrei; die übrige schnelle Route durch Slowenien bleibt mautpflichtig. In Istrien wird die Schnellstraße „Istrian Y“ separat bemautet; die Maut ist dort eher Kleingeld.
Mautfreie Alternativen durch Slowenien und Kroatien führen über Landstraßen, dauern aber länger.
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