Urlaub & Reisen
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Kroatien ist für viele Österreicher und Wiener ein vertrautes Urlaubsland: nah genug für die Anreise mit dem Auto, weit genug weg für Meer, Pinien, Sommer und Auszeit. Doch Kroatien ist längst mehr als reiner Badeurlaub. Neben Kiesstränden, kristallklarem Meer, Fisch und einem kühlen Getränk zeigt das Land dazwischen viele Facetten: historische Küstenorte, Inseln, Naturparks, Kulinarik, Aktivurlaub und Wellness.
Besonders reizvoll ist die Inselwelt. Kroatien zählt mehr als 1.200 Inseln, Inselchen, Klippen und Riffe. Wer früher mehrere Inseln in einem Urlaub erleben wollte, der brauchte vor alle eins: ein eigenes Boot, nautische Kennnisse oder Segelerfahrung.
Heute ist Inselhüpfen in der kroatischen Adria auch ohne eigene Yacht möglich – dank eines dichten Verbindungsnetzes aus Autofähren und Katamaranen. Die Kroatische Zentrale für Tourismus in Österreich hat mehrere Routenvorschläge zusammengestellt. ganzWIEN.at greift zwei davon auf und stellt sie den Lesern mit echten Kenner-Tipps vor: „Krk – Cres – Lošinj“ als naheliegenden Einstieg für Urlauber aus Wien und Österreich sowie „Split – Brač – Hvar“ als dalmatinischen Reiseklassiker für alle, die mehr Zeit mitbringen.
Fähren & Katmarane: ein bisschen Planung hilft
Inselhüpfen funktioniert dort besonders gut, wo Häfen, Fähren, Katamaran-Linien und Küstenorte eng verbunden sind. Viele Ausgangspunkte sind aus Österreich gut erreichbar. Rijeka, Split, Zadar, Šibenik oder Dubrovnik und auch größere Inseln wie Krk sind ideale Startpunkte.
Tickets für viele Fähren und Katamarane lassen sich vorab online buchen – etwa bei Jadrolinija, TP Line und Krilo Kapetan Luka . Gerade in der Hauptsaison ist das sinnvoll, bei beliebten Strecken empfiehlt sich die frühzeitige Buchung.
Branimir Tončinić, Direktor der Kroatischen Zentrale für Tourismus in Österreich rät: „Die Verbindungen unterscheiden sich je nach Saison. In den Sommermonaten werden viele Fahrpläne ausgeweitet, in der Vor- und Nachsaison sind manche Strecken seltener oder nur an bestimmten Tagen verfügbar. Reisende sollten daher nicht nur die Route, sondern auch die konkrete Reisetagfolge vorab prüfen.“
Wichtig bei der Planung: Katamarane sind oft schnell und ideal für Fußpassagiere, nehmen aber meist keine Autos mit. Wer mit dem Pkw reist, sollte prüfen, welche Strecken als Autofähren funktionieren – und in der Hauptsaison genug Zeit-Puffer am Hafen einplanen. Bei kleineren Orten, engen Zufahrten oder beliebten Fährverbindungen können sich rasch Autokolonnen bilden.
Der Einstieg liegt so nah
Für Urlauber aus Wien und Österreich ist Krk – Cres – Lošinj der naheliegende Einstieg in die kroatische Inselwelt. Krk ist über eine Brücke vom Festland aus unkompliziert mit dem Auto erreichbar – seit 2020 mautfrei. Wer nicht weiter nach Dalmatien fahren möchte, bekommt hier schon sehr viel Kroatien-Gefühl: kleine Dörfer erkunden, kristallklares Meer, Badebuchten und g´schmackige Konobas.
Die Route eignet sich gut für Familien, Paare, Singles und für Kurzurlauber. Einfach in Krk ankommen, ein paar Tage bleiben und wer will nach Cres und Lošinj weiterziehen. Schon ein verlängertes Wochenende lohnt sich für erste Eindrücke. Urlaubsmäßig entspannter wird es ab fünf Tagen – mit mehr Zeit für kleine Abstecher.
Baška im Süden von Krk oder Vrbnik im Osten sind zwei Orte, an denen man schnell versteht, warum Kroatien für viele Stammgäste nie langweilig wird. Von Baška aus bringen Taxiboote die Gäste individuell zu Buchten und kleinen Stränden. Mehr Infos dazu in den ganzWIEN.at-Tipps unten.
Von Krk geht es mit der Jadrolinija-Fähre Valbiska – Merag weiter nach Cres. Wer Cres zuerst ansteuern will, kann aus Richtung Opatija auch die Autofähre Brestova – Porozina nehmen. Cres zeigt sich ruhiger, ursprünglicher und naturnäher. Rund um den Vraner See wirkt die Insel weniger wie ein klassischer Badeort, sondern mehr wie Landschaft. Wer gerne fährt, schaut, wandert und nicht überall Animation braucht, findet hier viele Möglichkeiten. Baden kommt trotzdem nicht zu kurz. Cres ist auch für seltene Gänsegeier bekannt.
Von Cres aus lässt sich Lošinj einfach erkunden, die Inseln sind miteinander verbunden. Lošinj hat sich als Destination für Gesundheitsurlaub, Wellness, Erholung und Aktivurlaub etabliert. Spaziergänge, Radfahren, Küstenwege, Badebuchten gesäumt von Pinienwäldchen, bringen eine eigene Note. Mehr zur Route in den ganzWIEN.at-Tipps weiter unten.
Klassiker fürs Inselgefühl in Dalmatien
Wer Kroatiens Inselwelt in Dalmatien authentisch erleben möchte, dem bietet sich die Route Split – Brač – Hvar an. In sechs bis acht Tagen lassen sich einige der bekanntesten Inseln verbinden. Eher eine Route für eine Urlaubswoche als für einen Kurztrip. Ideal für alle, die Kultur, Baden, gutes Essen und mediterranes Leben verbinden möchten. Split ist dabei mehr als nur Hafen: Altstadt, Diokletianpalast, Riva und viele Lokale sorgen dafür, dass der Urlaub schon vor der Überfahrt beginnt.
Brač verbinden viele mit dem Strand Zlatni Rat – dem „Goldenen Horn“ – bei Bol. Der Strand zählt zu den bekanntesten Motiven Kroatiens. Doch die Insel ist mehr als ein Fotopunkt. Und abseits der ganz bekannten Strände lassen sich auch in der Hauptsaison ruhigere Badebuchten entdecken. Rund um Supetar finden sich überschaubare und familienfreundliche Bademöglichkeiten; entlang der Straßen führen kleine Abzweigungen zu Hofläden und Bauernständen. Hvar bringt danach Glamour, Geschichte und mediterrane Leichtigkeit ins Spiel. Hvar-Stadt mit Altstadt, Hafen und Festung Fortica ist der Klassiker, im Inselinneren warten ruhigere Dörfer, Lavendel, Wein und Landschaften mit ganz eigenem Rhythmus.
In vielen kroatischen Hafenorten gibt es lokale Anbieter, die Gäste individuell zu Buchten, kleinen Stränden oder weiter vorgelagerten Inseln bringen, die mit dem Auto oder zu Fuß nicht erreichbar sind, oder nur mit einer längerer Wanderung. Bei Hin- und Rückfahrt kann die Abholzeit vereinbart werden
Der Strand Vela plaža liegt direkt im Ort und ist mit rund 1,8 Kilometern Länge eine Besonderheit in der Region. Promenade, Lokale und Cafés sind nur wenige Schritte vom Wasser entfernt. Wer mehr Ruhe sucht, kann vom Hafen aus per Taxiboot Buchten rund um Baška anfahren, etwa die malerische Bucht Vela Luka mit saisonaler Taverne am Strand. Zu Fuß von Baška aus dauert der Weg rund 2,5 Stunden, mit dem Taxiboot etwa zehn Minuten. Für Naturliebhaber gibt es zudem mehrere Wanderrouten.
Vrbnik lohnt wegen Altstadt, fantastischem Blick aufs Festland und dem Žlahtina-Wein – eine autochthonen Weißweinsorte, die besonders mit Vrbnik verbunden ist. In der Nähe liegt auch der Strand Potovošće, der mit dem Auto über einen schmalen asphaltierten Weg erreichbar ist. Von dort sind weitere kleine Buchten zu Fuß erreichbar.
Valun ist ein pittoresker Fischerort mit schönen Kiesstränden in der Nähe: Raca/Rača und Zdovica. Besonders vor der Saison wirkt der Ort mit seinem kleinen Hafen sehr ursprünglich – ideal für einen ruhigen Badestopp, einen Spaziergang und ein Essen mit Meerblick. In Valun wurde in den 1980er-Jahren auch der österreichisch-deutsche Serienklassiker „Der Sonne entgegen“ gedreht, der Cres sicher zusätzlich bekannt gemacht hat.
Bei Belej lohnt es sich, nicht einfach durchzufahren. Der Abstecher führt zur ruhigen Bucht Koromačna mit viel Natur und kleinem Hafen. Und wer Hunger hat, sollte in Belej nach einer Konoba Ausschau halten – oft wird gerade dort erstaunlich gut gekocht.
Von Mali Lošinj gehen Ausflugsfahrten zu Insel Ilovik. Abenteuerlicher ist die Variante mit dem Taxiboot vom winzigen Hafen Mrtvaška ganz im Süden der Insel – ideal für alle, die noch eine kleine Insel anhängen möchten.
Der Ankunftsort auf Brač ist trotz Fährverkehr überschaubar geblieben. Gerade östlich des Orts finden sich gute, familienfreundliche Bademöglichkeiten – praktisch für alle, die nicht sofort weiter wollen.
Wer von Supetar in Richtung Plaža Lovrečina fährt, sollte nicht nur den Strand im Visier haben. Entlang der Strecke lohnt es sich, auf kleine Hofläden, Bauernstände oder „OPG“-Schilder zu achten – so heißen in Kroatien viele bäuerliche Familienbetriebe – und kurz abzuzweigen. Je nach Anbieter bekommt man dort Olivenöl, Oliven, Honig, Wein, Liköre, Marmeladen oder Käse direkt aus der Region.
Wer es ruhiger will als am bekannten Strand Zlatni Rat, kann westlich von Bol Richtung Murvica schauen. In der Nähe liegen schöne Buchten, allerdings sind manche Wege schmaler oder anspruchsvoller. Eher etwas für geübte Auto- oder Motorradfahrer und für Wanderer.
Die Altstadt, Festung Fortica und die abendliche Stimmung an der Promenade gehören zu den Klassikern. Zum Baden bieten sich rund um Hvar-Stadt etwa Pokonji Dol, Milna, Zaraće oder die bekannte Bucht Dubovica an. Wer aufs Wasser will, nimmt ein Boot zu den vorgelagerten Pakleni Inseln. Ruhiger wird es in Stari Grad oder Jelsa – und im Inselinneren, wo Lavendel, Wein, Oliven und kleine Dörfer zeigen, dass Hvar auch abseits der mondänen Seite viel zu bieten hat.
So schön die Idee vom spontanen Inselhüpfen ist: Ohne Planung sollte man vor allem in der Hauptsaison nicht unterwegs sein. Im Juli und August sind beliebte Orte gut gebucht, Fähren stärker nachgefragt und Zufahrten zu Häfen manchmal mühsamer, als man es aus dem Reisekatalog herausliest. Viele Verbindungen lassen sich online buchen; mit dem Auto sollte man genug Puffer einplanen. Katamarane sind oft schnell und praktisch, nehmen aber meist keine Autos mit. Wer sicher und flexibel bleiben will, prüft Fahrpläne, Reisetage und Rückverbindungen am besten vorab.
Kroatien ist für Österreicher kein exotisches Fernziel. Genau das macht den Reiz aus: Man kennt die Richtung, viele kennen die Küste, manche fahren seit Jahren hin. Und trotzdem gibt es immer wieder neue Möglichkeiten, das Land anders zu erleben. Inselhüpfen ohne eigene Yacht ist ein schönes Beispiel: nicht nur an einem Ort bleiben, sondern weiterziehen. Für Urlauber aus Wien und Österreich ist Krk – Cres – Lošinj der naheliegende Einstieg mit viel Kroatien-Feeling. Wer mehr Zeit hat, findet mit Split – Brač – Hvar einen dalmatinischen Klassiker für Genuss, Kultur und Inselgefühl. Weitere Kroatien-Tipps und Routenvorschläge folgen.
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