Wenn der Hauptverdiener ausfällt: Wie Familien ihre Kredite absichern

Was passiert, wenn plötzlich das Einkommen wegbricht und der Kredit nicht mehr bedient werden kann? Hier finden Sie Antworten, wie sich Familien rechtzeitig vor finanziellen Engpässen schützen können.

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Ein Eigenheim, ein neues Auto oder die Renovierung der Wohnung – viele Österreicher finanzieren größere Anschaffungen über Kredite. Doch was passiert, wenn plötzlich das Einkommen wegbricht? Arbeitslosigkeit, schwere Krankheit oder ein Todesfall können Familien in finanzielle Bedrängnis bringen. Die monatlichen Raten laufen weiter, während das Geld knapp wird.

Die Frage nach der Absicherung stellen sich viele erst, wenn es zu spät ist. Dabei zeigt sich in Österreich ein klares Bild: Nur wenige Haushalte sind ausreichend geschützt.

Wenn das Einkommen plötzlich wegbricht

Kredite bedeuten Verpflichtung über Jahre hinweg. Bei einem durchschnittlichen Wohnkredit sind das oft 20 bis 30 Jahre. In dieser langen Zeit kann viel passieren. Ein Unfall, eine längere Erkrankung oder der Verlust des Arbeitsplatzes treffen Familien meist unerwartet.

Besonders kritisch wird es, wenn der Hauptverdiener betroffen ist. Die Raten müssen trotzdem pünktlich bezahlt werden. Banken gewähren zwar manchmal Stundungen, doch diese sind zeitlich begrenzt und keine dauerhafte Lösung. Wer in Zahlungsverzug gerät, riskiert nicht nur Mahngebühren, sondern im schlimmsten Fall auch den Einsatz eines Inkassobüros zur Eintreibung offener Forderungen. Der finanzielle Druck wächst, Rücklagen schmelzen schnell dahin.

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Die Absicherungslücke in Österreich

Eine aktuelle Studie zum Versicherungsverhalten der Österreicher bringt alarmierende Erkenntnisse ans Licht. Obwohl 67 % der Befragten auf traditionelle Sparformen wie Sparbuch oder Festgeld setzen, fehlt bei vielen die konkrete Risikoabsicherung. Das Sicherheitsbedürfnis ist zwar stark ausgeprägt, denn ein Viertel besitzt drei Versicherungspolicen, 22 % sogar mehr als fünf, doch oft handelt es sich um die falschen Produkte.

Die Studie zeigt: Österreicher investieren in Haushalts-, Haftpflicht- oder Autoversicherungen. Die existenziell wichtige Absicherung für den Todesfall oder bei Arbeitsunfähigkeit bleibt häufig außen vor. Gerade Familien mit laufenden Krediten sind damit unzureichend geschützt.

Hinzu kommt ein weiteres Problem. Viele verlassen sich auf staatliche Leistungen wie Arbeitslosengeld oder Krankengeld. Diese decken aber nur einen Bruchteil des bisherigen Einkommens ab und reichen selten, um Kreditraten dauerhaft zu bedienen.

Welche Absicherungen gibt es?

Für Kreditnehmer stehen verschiedene Schutzmechanismen zur Verfügung. Die wichtigsten im Überblick:

  • Ablebensversicherung: Sie zahlt im Todesfall eine vereinbarte Summe aus. Damit können Hinterbliebene den Kredit ablösen oder die Raten weiterbezahlen. Besonders für Familien mit Kindern ist diese Absicherung essenziell.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Wer seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann, erhält eine monatliche Rente. Diese hilft, laufende Kosten und Kreditraten zu decken.
  • Restschuldversicherung: Sie übernimmt Kreditraten bei Tod, Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit. Allerdings sollten die Konditionen genau geprüft werden, da sie oft teurer sind als separate Versicherungen.

Wichtig ist der rechtzeitige Abschluss. Wer bereits erkrankt ist, bekommt entweder keine Versicherung mehr oder nur zu deutlich höheren Prämien. Gesundheitsprüfungen sind bei den meisten Produkten Standard.

Digitale Versicherungen im Aufwind

Die Versicherungsbranche wandelt sich. Laut der Studie haben zwar 70 % noch keine Versicherung komplett online abgeschlossen, aber 52 % wären dazu bei einfachen Produkten bereit. Jüngere Zielgruppen bevorzugen zunehmend digitale Abschlüsse ohne Beratungstermin.

Interessant: 54 % der Befragten würden für günstigere Konditionen sogar Kompromisse beim Datenschutz eingehen. Das Vertrauen in digitale wie traditionelle Anbieter ist mit 81 % hoch und fast gleichverteilt. Digitale Plattformen punkten mit transparenten Tarifen, schnellen Abschlüssen und oft niedrigeren Kosten.

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Vorsorge beginnt beim Abschluss

Der beste Zeitpunkt für eine Absicherung ist der Kreditabschluss selbst. Viele Banken bieten Versicherungspakete direkt mit an. Doch Vorsicht: Ein Vergleich lohnt sich immer. Externe Anbieter sind oft günstiger und flexibler.

Folgende Punkte sollten beim Abschluss beachtet werden:

  • Versicherungssumme passend zur Kredithöhe wählen
  • Laufzeit der Versicherung an Kreditlaufzeit anpassen
  • Gesundheitsfragen ehrlich beantworten
  • Kleingedrucktes zu Ausschlüssen genau prüfen
  • Verschiedene Anbieter vergleichen

Wer bereits einen Kredit laufen hat, kann nachträglich absichern. Zwar steigen mit zunehmendem Alter die Prämien, doch besser spät als nie. Eine nachträgliche Risikoprüfung ist Standard, führt aber nicht automatisch zur Ablehnung.

Fazit: Verantwortung für die Familie übernehmen

Kredite ohne Absicherung sind ein Risiko, das viele unterschätzen. Gerade Familien sollten sich bewusst machen: Die finanzielle Verantwortung endet nicht beim Unterschreiben des Kreditvertrags. Sie begleitet uns über Jahrzehnte.

Eine durchdachte Absicherung schützt nicht nur vor finanziellen Engpässen, sondern gibt auch Sicherheit. Niemand plant Krankheit, Unfall oder Arbeitslosigkeit. Doch wer vorsorgt, kann im Ernstfall handlungsfähig bleiben. Die Familie und das Zuhause bleiben geschützt, unabhängig davon, was das Leben bringt.

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