Auto
Wien zählt zu den Vorreitern der Elektromobilität in Österreich. Der kontinuierliche Ausbau öffentlicher Ladepunkte, E-Carsharing-Angebote, emissionsarmer Verkehrsstrategien und eine wachsende Zahl elektrisch betriebener Dienstfahrzeuge prägen zunehmend das Stadtbild. Für viele Wiener:innen ist das E-Auto längst nicht mehr ein Symbol für technologische Zukunft, sondern ein pragmatisches Verkehrsmittel im Alltag.
In der öffentlichen Wahrnehmung konzentriert sich die Förderung von Elektromobilität allerdings häufig auf den Zeitpunkt des Fahrzeugkaufs. Umweltboni, Förderungen von Bund und Stadt sowie steuerliche Vorteile sind vergleichsweise bekannt. Weniger präsent ist hingegen eine privatwirtschaftliche Förderung, die unabhängig vom Anschaffungszeitpunkt funktioniert und jährlich wiederkehrt – die sogenannte Treibhausgasquote, kurz THG-Quote genannt.
Gerade in urbanen Räumen wie Wien, wo E-Autos häufig für kurze Strecken, Pendelverkehr oder gewerbliche Nutzung eingesetzt werden, bietet die THG-Quote einen zusätzlichen finanziellen Anreiz, der oft ungenutzt bleibt. Dabei ist der Zugang vergleichsweise niedrigschwellig und nicht an Nutzungsintensität oder Ladeverhalten gekoppelt.
Die THG-Quote ist kein klassischer Zuschuss und keine direkte staatliche Auszahlung. Sie basiert auf europäischen und nationalen Vorgaben zur Reduktion von Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor. Mineralölunternehmen sind verpflichtet, ihren CO₂-Ausstoß schrittweise zu senken. Können sie diese Vorgaben nicht allein durch eigene Maßnahmen erfüllen, müssen sie Emissionsminderungen zukaufen oder Strafzahlungen an den Staat entrichten.
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Elektrofahrzeuge spielen in diesem System eine zentrale Rolle. Da sie im Betrieb keine direkten Emissionen verursachen, werden sie als rechnerische Einsparung von Treibhausgasen anerkannt. Diese Einsparung wird pauschalisiert und in Form eines handelbaren Zertifikats am Markt angeboten. Der Erlös aus dem Verkauf dieser Zertifikate fließt letztlich an die Halter der Fahrzeuge zurück.
Wichtig ist dabei die Abgrenzung: Die THG-Quote honoriert nicht individuelles Fahrverhalten oder tatsächlichen Stromverbrauch. Stattdessen handelt es sich um eine standardisierte Anerkennung emissionsfreier Mobilität. Für E-Auto-Besitzer bedeutet das Planungssicherheit und eine jährliche Auszahlung, die nicht von äußeren Faktoren wie Ladeort oder Fahrprofil abhängt.
In Österreich sind Halter von rein batterieelektrischen Fahrzeugen anspruchsberechtigt, sofern das Fahrzeug zugelassen ist. Hybridfahrzeuge, auch in Form von Plug-in-Hybriden, sind explizit ausgeschlossen.
Der Anspruch gilt gleichermaßen für Privatpersonen, Selbstständige und Unternehmen.
Gerade in Wien ist diese Differenzierung relevant, da viele Fahrzeuge geleast oder betrieblich genutzt werden. Maßgeblich ist stets, wer als Fahrzeugbesitzer im Zulassungsschein eingetragen ist. In Fuhrparks oder bei Firmenfahrzeugen können sich daraus organisatorische Fragen ergeben, insbesondere wenn Fahrzeuge mehreren Personen zur Verfügung stehen.
Ein häufiges Missverständnis betrifft auch die Frage der Nutzungshäufigkeit. Viele E-Auto-Besitzer gehen davon aus, dass sich die THG-Quote nur bei hoher Kilometerleistung lohnt. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall, denn wenn die Einsparung pauschal angesetzt wird, profitieren Wenigfahrer ebenso wie Vielfahrer. Für reine Stadtfahrzeuge, wie sie in Wien weit verbreitet sind, ist die Quote daher besonders attraktiv.
Die Höhe der Auszahlung aus der THG-Quote ist nicht gesetzlich fixiert. Sie hängt vom jeweiligen Marktpreis der Zertifikate ab, der wiederum von Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Faktoren wie politische Vorgaben, die Entwicklung des Kraftstoffmarktes oder die Anzahl der gemeldeten Elektrofahrzeuge beeinflussen diesen Preis.
Für E-Auto-Besitzer bedeutet das eine gewisse Schwankungsbreite von Jahr zu Jahr. Dennoch bewegen sich die Auszahlungen in der Regel in einem Bereich, der eine spürbare Entlastung darstellt. Gerade in Zeiten steigender Energie- und Lebenshaltungskosten kann diese zusätzliche Einnahme ein relevanter Faktor sein.
Die theoretische Möglichkeit, THG-Zertifikate selbst zu vermarkten, ist rechtlich gegeben. In der Praxis ist der direkte Zugang zum Markt jedoch komplex. Zertifikate müssen gebündelt, rechtlich geprüft und an quotenpflichtige Unternehmen vermittelt werden. Für einzelne Fahrzeughalter ist dieser Aufwand nicht sinnvoll darstellbar.
Aus diesem Grund haben sich spezialisierte Plattformen etabliert, die als Schnittstelle zwischen E-Auto-Besitzern und dem Quotenmarkt fungieren. Anbieter wie carbonify sorgen dafür, dass du dir eine jährliche Auszahlung für dein E-Auto sichern kannst, bündeln die Zertifikate unterschiedlicher Fahrzeuge, übernehmen die formale Abwicklung und sorgen für den Verkauf am Markt.
Für Nutzer bedeutet das eine deutliche Vereinfachung, denn nach einmaliger Registrierung und Bereitstellung der Fahrzeugdaten erfolgt die Vermarktung automatisiert. Gerade für Wiener E-Auto-Besitzer, die Elektromobilität als praktisches Alltagsmittel nutzen und keine Zeit für komplexe Marktprozesse aufbringen möchten, senkt dieser Ansatz die Einstiegshürden erheblich.
Für ganz Österreich ist das eine bedeutende E-Auto-Förderung. Die THG-Prämie wird damit nicht nur zu einer ökologischen Anerkennung, sondern auch zu einem Faktor in der steuerlichen und finanziellen Planung.
Mit Blick auf die Klimaziele bis 2030 ist davon auszugehen, dass marktbasierten Instrumenten wie der THG Quote eine wachsende Rolle zukommt. Der Verkehrssektor bleibt einer der größten Emittenten, und emissionsfreie Mobilität wird weiter an Bedeutung gewinnen.
Die THG-Quote ist eine der wenigen Fördermaßnahmen, die nicht an den Kauf eines Fahrzeugs gebunden ist, sondern jährlich genutzt werden kann. Für E-Auto-Besitzer in Wien bietet sie eine unkomplizierte Möglichkeit, emissionsfreie Mobilität finanziell zu honorieren. Wer den administrativen Aufwand scheut, findet mit Plattformen wie carbonify einen strukturierten Zugang zum Quotenmarkt und macht aus einem regulatorischen Instrument eine konkrete, spürbare Einnahmequelle.
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