Marina Abramović: erste große Retrospektive in der ALBERTINA MODERN Wien

© Courtesy of the Marina Abramović Archives / Bildrecht, Wien 2025

Eine Künstlerin, die ihren Körper zum Medium machte und Kunstgeschichte schrieb: Die ALBERTINA MODERN präsentiert in Kooperation mit dem Bank Austria Kunstforum Wien die erste große Retrospektive von Marina Abramović in Österreich – ein intensiver Parcours durch mehr als 50 Jahre Performancekunst.

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Marina Abramović

Wo: Albertina Modern

Wann: 10. Oktober 2025 – 1. März 2026, täglich von 10:00 - 18:00 Uhr

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Mit der ersten großen Retrospektive von Marina Abramović in Österreich widmet sich die ALBERTINA MODERN einer der einflussreichsten Künstlerinnen der Gegenwart. Abramović, 1946 in Belgrad geboren, gilt als Begründerin der modernen Performancekunst und hat mit ihren radikalen, oft körperlich extremen Arbeiten Kunstgeschichte geschrieben.

Insgesamt werden vier Performances live in der Ausstellung reinszeniert: Imponderabilia, Luminosity, Nude With Skeleton sowie Art must be beautiful – Artist must be beautiful. Die Ausstellung wird vom Bank Austria Kunstforum Wien und der Royal Academy of Arts, London, in Kooperation mit der ALBERTINA Wien organisiert und markiert einen bedeutenden Höhepunkt im österreichischen Ausstellungsjahr.

 

Seit den frühen 1970er-Jahren hat Abramović die Performance als eigenständige Ausdrucksform innerhalb der bildenden Kunst etabliert. Bereits 1978 war sie im Rahmen eines internationalen Performance-Festivals erstmals in Wien zu sehen – einer Stadt, in der performative Kunst mit dem Wiener Aktionismus eine besonders prägende Tradition hat. Die nun gezeigte Retrospektive bietet einen umfassenden Überblick über mehr als fünf Jahrzehnte künstlerischen Schaffens.

Ein zentraler Schwerpunkt der Präsentation in der ALBERTINA MODERN liegt auf der Reinszenierung historischer Performances: Während der gesamten Ausstellungsdauer werden täglich sogenannte Reenactments zu sehen sein. Diese lebendigen Neuinterpretationen machen Abramović’ Werk in seiner ursprünglichen Intensität erfahrbar und verankern es zugleich in der Gegenwart.

Zu den frühen Schlüsselwerken zählt die Performanceserie Rhythm, in der Abramović bereits grundlegende Themen ihres Œuvres formulierte: Zeit, Stille, Energie und ein durch Ausdauer erzeugtes gesteigertes Bewusstsein. Der eigene Körper wurde dabei zugleich zum Subjekt und zum Medium. Indem sie sich Schmerz, Erschöpfung und realer Gefahr aussetzte, lotete sie konsequent physische und psychische Grenzen aus – stets auf der Suche nach emotionaler und spiritueller Transformation.

Zwischen 1976 und 1988 arbeitete Abramović eng mit ihrem Lebens- und Kunstpartner Ulay zusammen. In dieser Zeit entstanden ikonische Performances, die Fragen von Beziehung, Identität und Abhängigkeit verhandelten. Nach der Trennung entwickelte Abramović ihre Solopraxis weiter und richtete den Fokus zunehmend auf die Interaktion mit dem Publikum. Partizipative Objekte und Langzeitperformances rückten ins Zentrum ihres Werks.
Internationale Bekanntheit weit über den Kunstbetrieb hinaus erlangte sie 2010 mit der Performance The Artist Is Present im Museum of Modern Art in New York. Über beinahe drei Monate hinweg saß Abramović täglich acht Stunden schweigend an einem Tisch und lud Besucher:innen ein, ihr jeweils für eine Minute gegenüberzusitzen – ein intensives Experiment über Präsenz, Blickkontakt und zwischenmenschliche Nähe.

Für die Retrospektive wurden gemeinsam mit der Künstlerin thematische Räume eingerichtet, die sich unter anderem mit Partizipation, Kommunismus, Körpergrenzen, Energie aus der Natur und Erleuchtung beschäftigen. Gezeigt werden frühe Arbeiten aus Belgrad, die ersten Soloperformances, die Zusammenarbeit mit Ulay, die partizipativen Transitory Objects for Human Use sowie die legendäre Performance Balkan Baroque, für die Abramović 1997 auf der Biennale di Venezia mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde. Ergänzt wird die Ausstellung durch neuere Videoarbeiten, skulpturale Werke und die Installation Four Crosses (2019).

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