Messen
In der eleganten Villa Schubert wurde vergangene Woche ein künstlerisches Zusammenspiel inszeniert, das sich kaum in klassische Kategorien fassen lässt. Unter dem Titel „Tango mit dem Universum“ präsentierten der Maler und Bildhauer Gerhard Leixl und der Fotograf Heimo Mauser erstmals ihre gemeinsame Co-Creation – eine sinnliche Begegnung zwischen Malerei und Fotografie, zwischen Raum und Ritual.
Leixl, bekannt für seine kraftvollen, oft kosmisch anmutenden Kompositionen, trifft auf Mauser, dessen fotografisches Werk sich zwischen magischem Neoverismo und philosophischer Bildsprache bewegt. Was entsteht, ist kein klassisches Ausstellungskonzept, sondern ein Dialog – ein künstlerischer Tango zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos.
Die Präsentation selbst blieb zunächst einem ausgewählten Kreis vorbehalten: Mitglieder des exklusiven Fontana Cigars Clubs erlebten die Vernissage in intimer Atmosphäre, gefolgt von einer weiteren Präsentation im Rahmen eines hochkarätigen Fachpublikums rund um den Zahnärztekongress von Paul Loser.
Im Zentrum von Mausers Arbeit „Das letzte Abendmahl“ steht nicht nur das Bild selbst, sondern der Raum, in dem es wirkt. Kerzenlicht, Zigarrenrauch und gedämpfte Gespräche verschmelzen zu einer fast rituellen Szenerie. Die Kunst verlässt hier den Rahmen – sie wird Teil des Geschehens, eingebettet zwischen Gläsern, Blicken und Gesten. Ein lebendiges Tableau, das den Betrachter unweigerlich mit einbezieht.
Dem gegenüber steht die visuelle Wucht von Leixls Neuinterpretation seiner Tango-Serie. Als raumgreifendes Triptychon entfaltet sich ein pulsierendes Farbspiel in Rot, Schwarz und Weiß, das den Raum beinahe organisch dominiert. Dahinter: feinere, fast kalligrafische Explosionen in Blau, Gelb und Violett – Werke, die gleichermaßen körperlich wie kosmisch erscheinen.
Was diese Co-Creation so besonders macht, ist ihr Spannungsverhältnis: Während Mauser den Tango als gelebten Moment inszeniert, zeigt Leixl dessen Entstehung – als energetischen Prozess auf Leinwand. Der eine spielt sich am gedeckten Tisch ab, der andere im abstrakten Raum der Malerei. Beide jedoch folgen demselben Rhythmus. Das Ergebnis ist eine Verschmelzung von Wiener Salonkultur und universeller Bildsprache – intim, intensiv und überraschend unmittelbar.
Noch ist unklar, wann diese Werke einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Doch eines steht fest: Diese Zusammenarbeit hat das Potenzial, weit über den Rahmen einer klassischen Ausstellung hinauszugehen. Ein Tanz. Ein Dialog. Zwei Medien – ein gemeinsamer Puls.
weitere interessante Beiträge
Diese Geschichte teilen!
Twitter Facebook WhatsApp
Hinterlassen Sie einen Kommentar!