Adventszeit in Wien 2012

| 14/11/2012 | 0 Kommentare
Adventszeit in Wien

Prachtvolle Lichtergirlanden zur Adventszeit in Wien
(©Foto: Martin Schmitz)

Sobald der November einen dichten Schleier aus Nieselregen und Nebel vor den Himmel zieht und die Tage immer kürzer werden, macht sich mancherorts Tristesse breit. Nicht so in Wien. Da sind die Wochen bis zum Weihnachtsfest eine Zeit der Romantik: Die Stadt schimmert im Glanz der Kerzen, die Luft duftet nach Lebkuchen, Glühwein und Weihnachtsgebäck. Straßen und Geschäfte sind festlich geschmückt und Weihnachtsmärkte verzaubern ihre großen und kleinen Besucher. Alle Jahre wieder.

Im Advent, der Zeit des Wartens auf das Weihnachtsfest, präsentiert sich Wien von seiner romantischsten Seite.

In der Innenstadt überspannen prachtvolle Lichtergirlanden die Fußgängerzone Kärntner Straße, Graben, Kohlmarkt und viele kleine Seitengassen.

Fantasievolle Weihnachtsbeleuchtungen verwandeln große Einkaufsstraßen wie Mariahilfer Straße, Rotenturmstraße, Währinger Straße und Landstraßer Hauptstraße in ein vorweihnachtliches Lichtermeer. Viele Geschäftsportale sind mit Tannenreisig und bunten Seidenschleifen geschmückt, in den Einkaufsgalerien erklingt Weihnachtsmusik und in den Straßen lenken süße Duftspuren die Schritte zu den zahlreichen Punschhütten.

Wiener Adventzauber und himmlische Chöre

Die Wiener Christkindlmärkte verzaubern alle Kinder, schenken ihnen glänzende Augen und rote Wangen und entführen sie in eine Welt aus Zimtduft und glänzenden Glaskugeln, aus Holzpferdchen und Glockengeläut. Der Adventzauber auf dem Wiener Rathausplatz verwandelt den Park vor dem festlich beleuchteten Rathaus in ein vorweihnachtliches Märchenreich. Auf dem größten Christkindlmarkt der Stadt kann man an dutzenden Ständen Schönes zum Schenken finden und Köstliches verkosten.

Auch am Spittelberg, einem revitalisierten Biedermeier-Viertel, gibt es einen stimmungsvollen Weihnachtsmarkt, ebenso vor dem Schloss Schönbrunn, dem Schloss Belvedere, auf dem Maria-Theresien-Platz (zwischen dem Kunsthistorischen und dem Naturhistorischen Museum) und auf dem Karlsplatz.

Der Musik kommt im Advent eine besondere Bedeutung zu. Im Rathaus findet alljährlich ein internationales Adventsingen statt und im Stephansdom laden Konzerte mit Kammermusik und Adventliedern zum Innehalten im Vorweihnachtstrubel ein. Auch auf vielen Weihnachtsmärkten musizieren Chöre und Bläserensembles, etwa auf der Freyung und vor dem Schloss Schönbrunn.

Christbaum und Festessen

Am 24. Dezember ist es dann endlich soweit. Der Abend dämmert, der Christbaum ist mit bunten, glänzenden Kugeln, Lametta, Kerzen und Süßigkeiten geschmückt und die hübsch verpackten Geschenke warten unter dem Lichterbaum auf die Kinder, die sie aufgeregt auspacken.

Ob das weihnachtliche Festessen vor oder nach der Bescherung stattfindet, ist eine Frage der Familientradition.

Darüber, was gegessen wird, scheiden sich in Wien jedenfalls die Geister. Die einen schwören auf den Weihnachtskarpfen, die anderen auf die Weihnachtsgans. Einigkeit herrscht hingegen beim Teller mit der Weihnachtsbäckerei: Vanillekipferl dürfen ebenso wenig fehlen wie Anisbögen, Windbäckerei, Zimtsterne und Christstollen.

Gläubige gehen spät am Abend, oft erst um Mitternacht, in die Kirche, um die Christmette zu feiern. In vielen Kirchen sind Krippen aufgestellt, die mit kleinen Figuren die Geburt Christi im Stall von Bethlehem darstellen: mit Jesukind, Josef und Maria, Esel, Kuh und den Heiligen Drei Königen. Die Krippe hat in Österreich eine lange Tradition, auch eine verbotene: Kaiser Josef II. hatte einst das Aufstellen der Weihnachtskrippen in den Kirchen untersagt, was dazu führte, dass Krippen vermehrt in Wohnungen gebräuchlich wurden. Inzwischen ist das kaiserliche Dekret vergessen und viele Kirchen zeigen ihre liebevoll gearbeiteten Krippen. Die schönsten sind in der Krypta der Peterskirche zu sehen.

Auf den Heiligen Abend folgen zwei Feiertage, der Christtag, an dem die Familie meist unter sich bleibt und mittags ein festliches Essen genießt, und der Stefanitag, der traditionellerweise für Familienbesuche genützt wird. Dann kommen ein paar Arbeits- oder Ruhetage.

Knapp vor dem Jahreswechsel aber wird es in Wien wieder turbulent, wenn Tausende in der Silvesternacht auf dem Silvesterpfad zu den Klängen der Pummerin, der herrlichen, alten, sonoren Glocke im Stephansdom, das neue Jahr feiern. Und sich schon jetzt auf den nächsten Advent freuen…

Autorin: Hanne Egghardt für  WienTourismus

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